Hydrosight Projektvorstellung

Wasserbalkon im 17. Stock

Jahr: 2016-08-01
Schlagwörter: stainless-steel-pool, rectangular, custom, horizontal, balcony, hotel, Helsinki, Finland, highlight
Preisklasse: 50-150.000EUR
Projekt Nr.: P1107

Abmessungen:
AcrylBoden: 3.5 x 1 m
AcrylWand: 3.5 x 1.2 m
Typ: Edelstahlbecken, Berndorf Bäderbau, Österreich
Der folgende Text wurde uns freundlicherweise von Birgit Müller von profilwerkstatt.de zur Verfügung gestellt:

Silikon verbindet das PLEXIGLAS® sicher mit Edelstahl

So kam Moritz Meinesz, Geschäftsführer der Firma Hydrosight aus Emmerich am Rhein, ins Spiel. Er fertigte für das Projekt die Scheiben aus PLEXIGLAS® und schweißte die L-förmige Konstruktion mit dem Edelstahlbecken zusammen. „Abgedichtet wurden die Elemente mit einer Silikondosiermaschine“, so Meinesz. Silikon bleibt sowohl bei minus 30 als auch bei plus 60°C flexibel und dichtet ab.
„Die Monteure von Berndorf wagten sich in so einer schwindelerregenden Höhe dennoch nur ungern auf die Plattform“, erinnert er sich. Damit auch ja nichts passieren kann, sind die Scheiben aus 80mm dickem PLEXIGLAS®. Damit ist ein großer Sicherheitsfaktor vorhanden.
Das PLEXIGLAS® wiegt eine Tonne, der Erker, insgesamt mit Stahlrahmen, 1.7 Tonnen. Ist der Pool mit Wasser gefüllt, würde eine Waage insgesamt ein Gewicht von sieben Tonnen anzeigen.

PLEXIGLAS® als Präventionsmaßnahme

Der 45-jährige Moritz Meinesz war ebenso wie Gerald Wimmer für die gesamte Planung der Konstruktion, die technischen Zeichnungen und die statischen Berechnungen verantwortlich. Daher trat auch der Geschäftsführende Hotelier mit einer für Meinesz bislang eher ungewohnten Frage an ihn heran. Er wollte wissen, wie sich PLEXIGLAS® verhält, wenn jemand darauf eine Waffe richtet und schießt. Dass der Sicherheitsaspekt für den Konstrukteur freilich immer eine große Rolle spielt, ist klar. Aber mit dieser Frage hatte er nicht gerechnet. Nach ein paar Recherchen konnte er dem besorgen Hotelier Auskunft geben.
 
„Würde man auf eine Glasscheibe mit einer scharfen Waffe schießen, würde diese splittern und vollständig springen. Der Pool würde also samt Wasser und Menschen die sich darin befinden aus dem 17. Stock in die Tiefe stürzen“, sagt der Experte. Hier kommt ein bislang für Meinesz unbekannter Vorteil speziell einer Konstruktion aus PLEXIGLAS® zum Vorschein: Würde man auf die Scheibe aus PLEXIGLAS® schießen, würde sich die Kugel dabei so stark erhitzen, dass sie einfach durch das PLEXIGLAS® hindurch dringt. Die PLEXIGLAS®-Scheibe bleibt also ganz und springt nicht, wie sie es tun würde, wäre sie aus Glas. „Die Kugel verursacht lediglich ein Loch im PLEXIGLAS®, durch das Wasser nach außen dringt“, sagt der gebürtige Emmericher. Freilich könnte dennoch die Kugel einen Menschen verletzen, wenn dieser sich in diesem Moment hinter der Austrittstelle der Kugel befindet.
 
„Der Pool, der wie ein Wasserbalkon im 17. Stock aus dem Gebäude ragt, war eines meiner interessantesten Projekte“, sagt Meinesz. Persönlich war er allerdings noch nicht in dem 2016 eröffneten Hotel in Helsinki. Falls der Hotelier dies liest und ihn einladen möchte, würde er aber bestimmt nicht nein sagen.

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